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Dr Zoggeli in de Alpe

Am 07. September 2018 war es wieder mal soweit und die Zoggelis packten ihre Sieben Sachen gemäss Anweisung der Organisatoren (dieses Jahr Andi und Neidi) um wie gewohnt die Reise ins Ungewisse anzutreten.

Das Joohr mit 2 Privatauti on Tour

TAG 1 - Freitag 07.09.2018

Dieses Jahr war kein Flug geplant, dafür gab es 2 auserkorene Fahrer, welche die restlichen Zoggeli um 08:00 an ihren Wohnorten abholten. So machte Andi eine kleine Rundreise um Neidi und Robi einzusammeln. Sascha hatte es einfacher und holte unsere 2 Ettinger Marco und Martin ab. Treffpunkt der 2 Autos war der Fressbalken (Raststätte) Pratteln, wo nach kurzem Aufenthalt die Reise im Konvoi Richtung Bern startete.

Zum Znüni stoppten wir dann in der Raststätte Münsingen, in der wir uns nach einem mühsamen Bestellvorgang bei einer Dame mit russischem Akzent schlussendlich unseren Kaffe, heisse Schoggi und Gipfeli munden liessen. Frisch gestärkt bekam Fahrer Sascha von Andi die Anweisung ihm in Richtung Gstaad zu folgen.

Dort angekommen liessen wir die Autos im Parkhaus stehen und markierten Präsenz mit einem Bummel durch das Städtchen (Hurra, hurra, die Zoggeli sind da). Nach dem doch relativ kurzen Spaziergang Hin und Zurück durch Gstaad wurde das Rialto (italienisches Restaurant) für das Mittagessen ausgewählt. Bei sonnigem Wetter trotz Regenvorhersage sassen wir im Aussenbereich und während des Wartens und Essens beobachteten wir die zum Teil schrullige „Prominenz“ die mit Pelzmänteln und aufgespritzten Botox Gesichtern ebenfalls Präsenz in Gstaad markierten.

Mit gefüllten Bäuchen ging es dann zum Touristenbüro um dort Schetty (ein alter Freund von Andi) zu treffen. Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte von Gstaad (und welche Prominente welche Brunnen, Statuen oder auch Beleuchtungen im Dorf finanziert haben) machten wir uns zu Fuss auf den Weg auf eine Alp – naja nicht wirklich auf eine Alp, aber der Weg zum nächsten Punkt auf der Tour mit Schetty führte sehr steil nach oben, so dass die Raucher unter uns doch ein wenig ausser Puste kamen.

Auf der „Alp“ angekommen begrüsste uns der Präsident vom Molkereiverband und machte uns mit der Geschichte und den Spezialitäten der Milch- und AOP-zertifizierten Käseproduktion der Region vertraut. Danach ging es in einen umgebauten Wasserspeicher, welcher heute als Chäsgrotte zur Lagerung des AOP Hobelkäse dient. 2 steile Treppen führten uns hinunter und dort staunten wir über den Käse“duft“ und die Regale welche vom Boden bis zur Decke (wohlgemerkt ein alter Wasserspeicher mit einer beeindruckenden Deckenhöhe) gefüllt sind mit den Chäslaiben. Nach ein paar weiteren Informationen über Produktion und Vertrieb, durften wir auch einen über 100 Jahre alten Hobelkäse Laib begutachten, bevor wir dann bei Weisswein und Mineralwasser verschiedene Sorten Käse degustieren durften.

Nach kurzer Pause ging es dann per Bahn zurück nach Gstaad an das jährlich stattfindende Country Festival. Dieses präsentierte sich mit einem Aussenvorplatz (Foodstände, Butschauto und Bars), sowie ein grosses Vorzelt mit kleiner Bühne sowie Ess-, Trink- und Bekleidungsständen, falls man sich noch mit Cowboy Hut oder kariertem Hemd einkleiden wollte. Vom Vorzelt wäre es zur Konzertbühne gegangen, aber da die Eintrittskarten in das Konzertzelt übertrieben schweizerisch waren, verbrachten die Zoggeli den Abend auf dem Vorplatz und Vorzelt. Nach ein paar Bieren auf dem Vorplatz genossen die Raucher Zigarren die Robi organisiert hatte.

Für das Abendessen erkämpften wir uns einen Platz an den Tischen im Vorzelt und genossen Burger und Pommes. Im Laufe des Abends stiess auch Schetty mit seiner Freundin zu uns und brachte jedem von uns ein Geschenk in Form einer kleinen Gstaader Holzkuh mit Miniglocke um den Hals als Kühlschrankmagent. Nach ein paar Flaschen Bier und Wein und angeregten Gesprächen spielte dann auch eine Live Band im Vorzelt. Zu der Musik sammelten sich dann auch aus dem Publikum Linedancer vor der Bühne und es war amüsant zuzuschauen wie sich diese ohne Anweisungen koordiniert und synchron bewegten/tanzten.

Marco und Robi hattten nach ein paar Stunden genug vom Country Flair und machten sich auf Richtung „Chesety“ (Bar und Dancing), welches wir beim Stadtbummel gesehen hatten. Später erfuhren wir jedoch von Schetty, dass dieses während des Country Festivals geschlossen ist. Gegen 1 Uhr hatte dann auch der Rest genug von Country und machte sich per Taxi auf zurück zur Jugendherberge.

TAG 2 - Samstag 08.09.2018

Nach einem kurzen Zmorge um 08:30 und einer Kurzinfo durch unsere Organisatoren kämpfte Sascha mit dem Zigarren- und Alkoholkonsum des Vorabends, war aber um 10 Uhr wieder soweit fit um das Tagesprogramm mit anzugehen – jedoch mit der Einschränkung, dass Martin den Fahrerjob an diesem Morgen übernehmen musste.

Um 10 Uhr fuhren wir zur Talstation Wispile, wo es dann in 4er Gondeln den Berg hinaufging. Nach einem kurzen Rundgang mit Panorama Aussicht auf die Alpen suchten wir uns einen Platz im Bergrestaurant wo die ersten Sujet Diskussionen starteten. Da diese Diskussion etwas zäh verlief wurden dann bei einer ersten Runde „Hoose abe“ die Köpfe gelüftet. Als die ersten Mittagsmenüs an den anderen Tischen serviert wurden war auch unser Hunger geweckt und es gab erstmal Mittag bevor die zweite Runde gespielt wurde.

Da Robi in der zweiten Runde sehr schnell ausgeschieden war und die Info, dass wir nachher ab der Mittelstation mit dem Trotinett unterwegs sein werden bei ihm nicht gerade Glücksgefühle auslöste, entschloss er sich zu Fuss direkt an die Talstation zu laufen und uns dann dort wieder zu treffen.

Nach abgeschlossener zweiter Spielrunde machte sich auch der Rest zu Fuss auf den Weg zur Mittelstation, wo wir die angesprochenen Trotinetts in Empfang nahmen. Nach ersten wackligen Versuchen auf diesen hiess es dann Talabwärts. Die Bremsen waren bei allen Gefährten etwas gewöhnungsbedürftig (Hinterbremse voll durchgezogen aber fast keine Bremswirkung), aber schlussendlich kamen alle sicher ins Ziel wo auch schon Robi auf uns wartete.
 

Nach kurzem Aufenthalt in der Herberge hiess es dann um 18 Uhr Abmarsch für das Abendprogramm, das absichtlich nicht durchgeplant war damit wir je nach Lust und Laune nochmals an Country Festival gehen könnten.

Jedoch kamen wir an diesem Abend nicht mal von Saanen nach Gstaad, da uns beim Bummel zum Bahnhof in Saanen eine kleine Bar Namens „16“ auffiel und rasch entschlossen wurde dort den Abend einzuläuten. Obwohl Mojitos nicht auf der Getränkekarte standen hat der Wirt auf Anfrage auch dies für uns hingezaubert (mit frischer Minze aus dem Garten). Dort kamen wir ins Gespräch mit einer „Einheimischen“ und als wir nach guten Essmöglichkeiten fragten bekamen wir die Antwort „im 16“ – nach einem kurzen Blick durch die wirklich kleine Bar 16 in der wir sassen kam dann die Auflösung, dass das 16 ein Restaurant in der Hausnummer 16 ist und wir aktuell im Ableger des 16 (in der Hausnummer 70) sitzen wo Wein-, Bier- und Fleischspezialitäten angeboten und verkauft werden.

Als wir hörten, dass es im 16 (das Restaurant) gutes Fleisch gibt, war der Entschluss dort zu Essen schnell gefasst – mit der Einschränkung unserer neuen Bekanntschaft, dass man dort ohne Reservation gerade am Samstag fast keine Chance auf einen Tisch hat. Aber der Wirt des 16 (Bar) rief im 16 (Restaurant) für uns an und machte uns kurzerhand einen Tisch klar – das Dorfleben ist schön wenn man die richtigen Leute kennt.

Im 16 (Restaurant) angekommen bestellten wir côte du boeuf und da der Grill von der Gaststube einsehbar war, konnten wir zuschauen wir 3 richtig schön grosse Fleischstücke für uns zubereitet wurden. Auch sonst war das Restaurant gemütlich gebaut und eingerichtet, ein wenig im Stil einer Tessiner/Italienischen Grotto. So genossen wir bei deliziösem Wein und guter Musik (manche unserer Zoggeli schwelgten in Erinnerungen bei Supertramp, Led Zeppelin und Co) ein hervoragendes Mahl.

Da es so gemütlich war, wurde es spät und so gingen wir auf einen Absacker wieder zurück ins andere 16 (Bar). Auf dem Weg zur Herberge sind dann Robi und Marco in das Saaner Pub, der Rest war zu müde und voll mit Fleisch und ging direkt Richtung Bett.

TAG 3 - Sonntag 08.09.2018

Am Sonntag war ein wenig Ausschlafen angesagt und so trafen wir uns nach dem Zmörgele und Zimmerabgabe um 10 Uhr. Neidi verabschiedete sich von uns, um den langen Weg per Zug nach Basel zurück anzugehen. Er hatte kurzfristig eine Notanfrage von seinem Fussballverein bekommen, da sie zuwenig Leute für das Spiel am Nachmittag hatten. Am Abend erfuhren wir dann, dass Neidis FC Brislach nicht nur FC Riederwald mit 2:1 nach Hause schickten, sondern dass auch Neidi in der 49. Minute das Tor zum 1:1 geschossen hatte.

Der Rest der Zoggeli machte sich mit den Autos auf den Weg Richtung Murten über den Jaunpass (was mit dem Auto nicht so Spass macht wie mit dem Motorrad, aber die Aussicht und Landschaft war auch so schön). Bei herrlichem Sonnenschein kamen wir am Murtensee an und genehmigten uns das Mittagessen in einem „Strand“-Restaurant. Nach dem Essen hatten die Organisatoren noch einen Termin ausgemacht und es wurde allen klar warum auf der Packliste auch die Badehose stand – es ging auf zum Stand Up Paddle Kurs.

Nach einer kurzen Einführung in die Welt der Stand Up Paddle Boards auf dem Trockenen – es gibt solide und luftgefüllte, sowie breitere Anfängerboards und schmalere Racing Boards – ging es dann jeder mit einem Board unter dem Arm ab in den angenehm warmen Murtensee. Dort zeigte sich wer eher ein gutes Balance Gefühl hat und wer eher weniger. Aber schlussendlich ist jeder Zoggeli mehrmals vom Board ins Wasser gefallen – wobei der einte oder andere meinte das habe er nur gemacht um zwischendurch mal eine Abkühlung zu haben.

Nach dieser interessanten Erfahrung hiess es dann ein wenig Entspannen am Strand und es wurde versucht die harzige Diskussion ums Sujet wieder in Gang zu bringen. Es konnte jedoch keine finale Entscheidung getroffen werden.

Ausgeruht, abgekühlt und getrocknet von der Sonne ging es zum Parkplatz, wo sich der schöne Anblick bot wie sich 5 Zoggeli auf einem öffentlichen Parkplatz versuchen zwischen den Autos ohne gesehen zu werden von der Badehose wieder in die normalen Kleider zu kommen – wohlgemerkt es war ein schöner sonniger Sonntag und es zog viele Leute an den See.

Am Horizont sah man den Chasseral und es wurde kurzerhand beschlossen, dass wir für einen Abschlusstrunk den kleinen Umweg dorthin auf uns nehmen. Bei einer super Aussicht genossen wir noch ein paar Sonnenstrahlen auf der Terasse des Chasseral Restaurants und liessen das Wochenende langsam ausklingen. Nach der Abfahrt trafen wir uns noch zum gemeinsamen Tanken an einer Tankstelle am Fusse des Chasserals wo wir uns voneinander verabschiedeten und die 2 Autos auf getrennten Wegen die Heimreise antraten.

Es war wieder einmal ein gelungenes Wochenende und ein grosses Dankeschön an die Organisatoren.