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Wörterbuch Baseldytsch

Unterschiede Alltags- / ursprüngliches Baseldeutsch

 

Das heutige Alltags-Baseldeutsch, unterscheidet sich im Wesentlichen wie folgt vom traditionellen Stadt-Baseldeutsch:

  • "r" wird nicht mehr als "ch" gesprochen (Alltags-Baseldeutsch: "Bilder"; traditionelles Stadt-Baseldeutsch: "Bildch")
  • Die im früheren Baseldeutsch als e und i gesprochenen und wiedergegebenen Laute werden duch ö und ü ersetzt (Lööli statt Leeli, üüber statt iiber) oder "dürftig" statt "dirftig"); "Wenni frooge dörft" anstatt "Wenni frooge derft", "Füür" [y?] (Feuer) statt Fyyr [i?]; daher spricht man auch von Baseldütsch im Unterschied zum traditionellen Baaseldytsch. Nach wie vor nicht entrundet wird ai [aj] oder ie.
  • Die Fortis k oder ch ersetzt die Lenis g im Anlaut; Bsp. "e klaineri Sach" oder "e chlaineri Sach" im Alltags-Baseldeutschen , "e glaineri Sach" im traditionellen Stadt-Baseldeutschen.
  • Integration von ursprünglich Baseldeutsch-fremden Wörtern wie etwa "Grüezi" in Form von "Griezi" [g?i?tsi].
  • Immer mehr Sprecher variieren zwischen [i?] und [y?]

    Übersetzungen:

    ÄINZELMASSGE
    Baseldeutsch für: Einzelmaske
    Kostümierte, allein machende Person an der Fasnacht.


    AGGTIIVE
    Personen, die an der Fasnacht aktiv teilnehmen.

    ALTI DANTE
    Baseldeutsch für: Alte Tante
    Typisches Basler Fasnachtskostüm aus der Biedermeier-Zeit, oft bestehend aus Original-Kleidungsstücken mit Capotte-Hütchen oder breitrandigem Hut, Indienne-Schal, Ridicule (Stofftäschchen).


    AMEEDIISLI
    Pulswärmer, ist ein stück Stoff, meistens gestrickt, welches man um die Handgelenke anzieht. Dadurch werden die Gelenke warm gehalten.

    BAARFI
    Barfüsserplatz (im Zentrum von Basel). Der Barfüsserplatz wird von Baslern auch Seibi genannt.

    BACHGASS
    Bezeichung für die Rheingasse

    BASELDÜTSCH
    Baseldeutsch für: eben Baseldeutsch
    Die an der Fasnacht früher immer, heute aber nur noch teilweise verwendete überspitzte Form des Baseldeutsch  
    als Ausdruck des Spottes hat ihren Ursprung im Dialekt der wohlhabenden elsässischen Hugenotten, die ab Mitte des 16. Jahrhunderts Zuflucht im protestantischen Basel suchten und sich da meist in der St.-Alban-Vorstadt («Dalbe») ansiedelten. Deren Sprache mischte sich zwar mit dem einheimischen Dialekt, hob sich jedoch vom Rest der Stadt erheblich ab.

    BEGGLI
    Trommelübungsbock aus Holz

    BÄIZ
    Baseldeutsch für: Restaurant oder Kneipe

    BLAGETTE
    Baseldeutsch für: Abzeichen
    Offizielles Fasnachtsabzeichen. Nach einem Wettbewerb von Künstlern jedes Jahr neu entworfen. Der Erlös geht in die Subventionskasse. 1911 wurde erstmals ein Abzeichen zur finanziellen Unterstützung der Fasnacht verkauft.

    BLÄTZLIBÄIASS
    Typisches Basler Fasnachtskostüm, zusammengesetzt aus vielen verschiedenfarbigen Stofffetzen oder eben «Blätzli».

    BUMMEL
    Ausflug der Cliquen an den drei Sonntagen nach Fasnacht. Ab ca. 17 Uhr: Rückkehr der Cliquen in die Basler Innerstadt mit Trommeln und Pfeifen (bevorzugte Route: Freie Strasse abwärts).

    BIGGOLO
    Piccolo. Kleine Querpfeife, erfunden Ende des 18. Jahrhunderts; steht eine Oktave höher als ihre grosse Schwester, die Querflöte.

    BIGGOLODÄSCHE
    Spezielle Tasche für Piccolo am Kostümoberteil oder am Kostümhosenbein

    KÄÄSWÄÄIE
    Wähe mit Käse gemacht, wird warm gegessen und ist eine Spezialität an der Fasnacht.


    CHAISE
    Aus dem Französischen; Kostümierte, eingedeckt mit Wurfgeschossen wie Mimosen, Orangen, «Dääfeli» (Lutschbonbons) und «Räppli», fahren in einer offenen Kutsche.

    CHARIVARI
    1. Einzelkostüm für den «Morgestraich» und den Dienstag, zusammengestellt aus dem Fundus bereits vorhandener Kostüme; oft die typischen Basler Fasnachtsfiguren. 2. Vorfasnachtsveranstaltung.

    CLIQUE
    In Basel Bezeichnung für Fasnachtsverein bzw. Club; aus dem Französischen:
    Sippschaft, Bande, Rotte.

    COMITÉ
    Siehe Fasnachts-Comité

    CORTÈGE
    Vom Fasnachts-Comité vorgeschriebene Umzugsroute, auf der sich die Cliquen und Wagen bewegen sollten. Sie führt durch die ganze Innerstadt und umfasst ungefähr 10 000 Maskierte; aus dem Französischen: Umzug.

    DAAMERÜSCHLI
    Kleiner alkoholischer Rausch

    DAMBUUR
    Baseldeutsch für: Trommler

    DAMBUURMAIOOR
    Baseldeutsch für: Tambourmajor
    Das Bindeglied zwischen Trommler- und Pfeifergruppe mit dem typi-schen Requisit: dem Tambourmajorstock. Angeblich musste der Tambourmajor bis zum Ersten Weltkrieg seinen Stock bis in Mansardenhöhe werfen und einhändig wieder auffangen können. Dem hat dann allerdings die Neuzeit mit Tramleitungen und Beleuchtungskabeln ein Ende bereitet.

    DAMMBUURMAIOOR-STÄGGE
    Baseldeutsch für: Tambourmajor-Stab
    Mit diesem gibt der Tambourmajor den Takt an.

    DAMMBUURSCHUEL
    Baseldeutsch für: Trommelschule.
    Hier wird das Trommeln und die verschiedenen Märsche erlernt

    DRUMMELI
    Vorfasnachtsveranstaltung des Fasnachtscomitée mit über 1000 Mitwirkenden in der Messe Basel, Cliquen, Schnitzelbänke und Guggen


    DRUMMLE

    Baseldeutsch für: Trommel, trommeln

    DRUMPEETER
    Eigentlich ein Trompeter aus der Rokokozeit; typische Basler Fasnachtsfigur mit Rokokojacke und -kniehose mit Rüschen an Manschetten und Knien sowie Spitzenjabot (Halstuch), weisser Perücke mit Zopf, Käppli, ungleichfarbigen Strümpfen, Schnallenschuhen und als Requisite eine Trompete (natürlich nur, wenn er nicht trommelt, pfeift oder die Tuba bläst).

    FASCHTEWÄÄIE
    Baseldeutsch für: Fastenwähe
    Brezelartiges Gebäck, das zur Fastenzeit bis nach der Fasnacht gegessen wird.

    FASNACHT
    Nicht Fastnacht, nicht Karneval noch Fasching, sondern eben die Basler Fasnacht. Erstmals erwähnt 1376, nach der Reformation unterdrückt, entwickelte sich die Fasnacht vom 19. Jahrhundert an aus einem den rheinischen Karnevalsveranstaltungen mit Prinzen und Trachtengruppen nicht unähnlichen Treiben zu dem, was wir heute als Basler Fasnacht kennen.

    FASNACHTS-COMITÉ
    Wurde im Jahre 1910 als unabhängige und behördlich abgesegnete Instanz zur Organisation der Fasnacht gegründet. Gibt allgemeine Richtlinien heraus und ist für den gesamten Ablauf verantwortlich. Ausserdem Organisiert es noch das«Monschter-Trommelkonzert» bzw. das «Drummeli», das vor dem Fasnachtsbeginn stattfindet.

    FASNACHTSKIECHLI
    Süsse Basler Fasnachtsspezialität.

    GÄGGSNASE
    Eingebildetes Mädchen oder Frau

    GÄSSLE
    Stammt von Gässli, also kleine Gasse. Bevorzugtes Aufsuchen der engsten Strassen Basels.

    GOSCHDÜÜM
    Baseldeutsch für: Kostüm, Fasnachtsverkleidung
    Aus dem Französischen von "Costume".

    GUGGEMUUSIG
    Das Gegenteil von Symphonie-Orchester. Ein wundervolles Durcheinander an Instrumenten, aus dem trotzdem die Melodie herausgehört werden soll. Die ersten Blechmusiken haben bereits Mitte des 19. Jahrhunderts die Umzüge bereichert. Und noch in den ersten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts waren an der Fasnacht Handharmonika- und Mandolinengruppen zu sehen. Aus den Blechmusiken haben sich die «Guggemuusige» entwickelt. Der Höhepunkt für die «Guggencliquen» ist der Dienstagabend mit den Guggenkonzerten auf dem Marktplatz, dem Seibi (Barfüsserplatz) und dem Claraplatz.

    HÄMOROIIDESCHAUGGLE
    Im lustigen Sinn ein Fahrrad oder Mofa gennant

    HARLEKIN
    Typisches Basler Fasnachtskostüm; als Anlehnung an den Arlequino aus der italienischen Commedia del Arte mit Zweispitz, Halskrause, manchmal mit Cape, Pluderhosen und weissen Strümpfen.

    HELGE
    Baseldeutsch für: Gemälde / Bild
    Illustration beim Schnitzelbank

    KÄLLER
    Baseldeutsch für: Keller

    KÄÄSWÄÄIE
    Baseldeutsch für: Käsekuchen
    Wird am «Morgestraich» zusammen mit «Määlsuppe» und «Ziibelewaaie» gegessen.

    INTRIGIERE
    Aktion, wenn an der Fasnacht ein maskierter Waggis eine unmaskierte Person hochnimmt

    JUNTERÖSSLI
    Fasnächtliches Pferdchen aus Papiermaché, welches vom Reiter um die Hüfte getragen wird

    JUNGI GARDE
    Eine Junge Garde ist ein teil einer Clique welche aus jungen Mitgliedern besteht, meistens zwischen 7-17 Jahren.

    KESSI ODER KIIBEL
    Baseldeutsch für: Kessel, Kübel
    An der Fasnacht: die Trommel. Die Basler Trommel besteht aus einem Messingenen oder neusilbernen, auch leichtmetallenen, zylinderförmigen und bodenlosen Kessel, über dessen beiden Öffnungen zwei Felle durch die schwarz-weiss bemalten Holzreifen sowie durch ein Trommelseil und Lederschlaufen unter Spannung gehalten werden. Der Ton wird mit Holzstücken, den Trommelschlegeln, erzeugt, wobei die dem unteren Fell entlangführende vierfach aufgespannte Trommelsaite den rasselnden Klang verursacht. Die Grösse beträgt in der Regel 40 cm Kesselhöhe und 40 bis 42 cm Kesseldurchmesser.
    KINDERFASNACHT
    Der Dienstagnachmittag gehört den Kindern

    KOPFLADÄÄRNLI
    Kleine Laterne, die auf der Larve montiert ist (Morgenstreich)

    LADÄÄRNE
    Baseldeutsch für: Laterne
    An der Fasnacht sind zu unterscheiden: Zugslaterne (grosses, der Clique vorangetragenes Kunstwerk, oft von bekannten Künstlern passend zum Sujet der Clique gestaltet), Steckenlaterne (wird am Stecken im Vortrab getragen), Kopflaternen (wird auf der Larve bzw. dem Hut befestigt), Rückenlaterne (wird auf dem Rücken getragen). Die Fasnachtslaterne entwickelte sich aus den Fackelträgern.

    LADÄÄRNEVÄÄRS
    Spruch auf der Fasnachtslaterne (muss nicht zum Sujet passen)

    LAARVE
    Baseldeutsch für: Larve, Gesichtsmaske.

    MÄÄLSUPPE
    Baseldeutsch für: Mehlsuppe
    Wird am «Morgestraich» zusammen mit «Ziibelewaije» gegessen.


    MOORGESTRÄICH

    Morgenstreich; Bezeichnung für den Auftakt der Fasnacht. Der Begriff tauchte 1808 zum ersten Mal in einer amtlichen Bekanntmachung auf. Im 18. Jahrhundert war das Trommeln erst ab 7 Uhr morgens erlaubt. Im Jahre 1835 wurde der «Morgestraich» erstmals um 4 Uhr morgens abgehalten.

    PFIFFER
    Baseldeutsch für: Pfeifer
    Piccolospieler an der Fasnacht. Die ersten gedruckten Märsche für Piccolo wurden 1913 herausgegeben, es waren dies der «Morgenstreich» und die «Aeschlemer». Nach und nach kamen weitere dazu, die Besetzung wurde mehrstimmig, und seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts erlebt die Literatur der Piccolomärsche einen riesigen Aufschwung, wobei sich die Melodien immer mehr vom Militärischen entfernen.

    RÄPPLI
    Baseldeutsch für: Konfetti
    Früher kleine, rund gestanzte Kartonstückchen, die schauderhaft wehtun konnten, heute aus Papier. Die «Räppli» werden den lieben Mitmenschen angeworfen.

    REGGWISIT
    Zusammengebasteltes Gebilde auf Rädern, welches beim fasnächtlichen Cortège im Zug mitgenommen wird. Meistens wird dabei das Sujet abgehandelt.

    RUESSE
    Baseldeutsch für: trommeln

    SCHÄÄSE
    Kutsche von Pferden gezogen, die am Cortège als eigener Typ Wagen teilnimmt

    SCHNITZELBANGG
    Baseldeutsch für: Schnitzelbank
    Lässt sich bis in die dreissiger Jahre des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen und hat seinen Ursprung in den Schmäh- und Spottliedern des 17. Jahrhunderts. Bestehend aus einer Anzahl Versen, in welchen Personen und/oder Ereignisse glossiert werden, und den dazugehörenden Helgen werden die «Bängg», wie sie auch genannt werden, von Einzelpersonen oder Gruppen, oft auch von Instrumenten begleitet, in gesungener Form vorwiegend am Montag- und Mittwochabend in Restaurants und Cliquenlokalen vorgetragen, selbstverständlich auf Baseldeutsch.

    SCHYSSDRÄGGZYGLI
    Kleiner, bunt zusammengewürfelter Zug aus Pfyffer und/oder Drummler.

    SPIIL
    Baseldeutsch für: Spiel
    Fachausdruck für Pfeifer, Tambourmajor und Tambouren. Spielchef ist normalerweise der Zugchef, also der Tambourmajor.

    STÄNZLE
    Typisches Basler Fasnachtskostüm, das sich von der Standesuniform des Basler Regiments im 19. Jahrhundert mit Militärkäppi, Epauletten, Uniformgilet und -mantel, Marschschuhen und Gamaschen herleitet.

    SUBVENTION
    Die an die Cliquen aller Art ausbezahlten Subventionsgelder setzen sich vor allem aus den Erträgnissen des Drummeli (Vorfasnachtsveranstaltung) und des Plakettenverkaufs zusammen. Die Verteilung erfolgt durch das Fasnachts-Comité.

    SUJET
    Auf Baseldeutsch auch «Süüschee» genannt; bildet die Grundlage der Persiflage jeder Clique. Ein Ereignis oder eine Begebenheit aus dem politischen oder alltäglichen Le-ben. Das Sujet wird auf der Laterne, am und im Wagen und vor allem in Kostümen des Spiels und des Vortrabs ausgespielt und auf dem «Zeedel» behandelt.


    UELI
    Typische Basler Fasnachtsfigur, eine Ableitung vom mittelalterlichen Hofnar-ren mit Narrenkappe und zweifarbigem Kostüm mit Schellen.

    VORTRAB
    Die Abteilung zu Fuss, die (hinter den Vorreitern) marschiert und die «Zeedel» ans Publikum verteilt.

    WAAGE
    Baseldeutsch für: Wagen
    Die Wagencliquen sind Vereinigungen, die zur Darstellung ihres Sujets einen Wagen fasnächtlich dekorieren.

    WAGGIS
    Markantes Kostüm an der Basler Strassenfasnacht. Ursprünglich helle oder schwarze Zipfelmütze, eine über der Hose getragene Leinenbluse und schwarze Leinenhosen. Unter der Bluse schaut ein Vatermörder (Kragen) hervor, der mit einem Halstuch zugebunden ist. An den Füssen Holzschuhe, die in Socken mit Ringelmuster stecken. Der Ursprung des Wortes geht auf unsere Nachbarn im Elsass zurück und ist dort heute noch ein nicht gerade schmeichelhaftes Personenattribut.

    ZEEDEL
    Baseldeutsch für: Zettel
    1. Die obligatorische Fasnachtsliteratur. Auf den «Zeedel» wird das jeweilige Sujet jeder Clique in gereimter Form und selbstverständlich auf Baseldeutsch behandelt. Der älteste bekannte «Zeedel» wurde 1820 verteilt.
    2. Auch die Schnitzelbänke geben ihre Verse auf Zetteln heraus.

    ZIIBELEWÄÄIE
    Zwiebelkuchen, wird traditionell am Morgenstraich gegessen

    ZUG
    Umher ziehende Clique. Dazu gehören meistens in dieser Reihenfolge: Vordrab, Ladärne, Pfyffer, Dambuurmajor, Drummler, Reggwisyt, Waage